
markus merzinger (schlagzeug),
stephan blumenschein (gitarre, gesang) und tom grüner (bass)
bilden das trio delilah aus linz.
trotz der traditionellen gitarre-bass-schlagzeug-formation bieten diese
drei herren alles andere als „klassischen“ rock.
ihre stücke überschreiten mit
regelmäßigkeit die 5 min marke, ohne die
verschiedenen
abschnitte eines liedes zu wiederholen. langeweile wird man hier nicht
erleben. kaum ist man von einer melodie oder einem rhythmus ergriffen,
folgt die wende. meterdicke soundwände werden heraufbeschworen
und brechen entweder im nächsten moment zusammen oder
drücken einen solange an die wand, bis wieder luft in die
lungenflügel dringt und man tief durchatmet, um genau dann vom
nächsten part überrascht zu werden. rhythmik und
(dis)harmonien werden erforscht. kaum ein lied ohne tempo und/oder
rhythmuswechsel. den 7/8 liebt man genauso wie 4/4.
trotz durchdachter abläufe wird immer genug platz für
spontanität und improvisation gelassen. oft hat man den
eindruck, diese drei musiker spielen ohne plan drauflos, jeder einzelne
für sich, um dann plötzlich gemeinsam wieder
gemeinsam los zu
starten. auf schöne popmelodien folgt wahnsinn.
der sporadisch eingesetzte gesang überrascht und ist durch
seine minimalität nicht etwa ohne aussage, sondern bildet
einen gegenpol zu lückenfüller-texten und
sängern, die glauben allzu viel zu sagen zu haben. eine band
die sich den dualitäten verschrieben hat und damit eine eigene
ästhetik für sich geschaffen hat.